Scheunenfund ohne Staub und Scheune
Manchmal gibt es diese Momente im Beruf, bei denen man kurz innehält und sich denkt: Das gibt’s doch eigentlich nicht.
Diese Woche war ich bei einem Kunden wegen eines Steinway & Sons M-170 aus einem Nachlass. Baujahr 2008 – also ein Instrument mit gut 20 Jahren auf dem Buckel. Soweit nichts Ungewöhnliches.
Ungewöhnlich wurde es, als ich den Flügel geöffnet habe.
Man kennt das Bild vom „Scheunenfund“ bei Oldtimern: lange vergessen, irgendwann wiederentdeckt – meistens mit viel Patina und entsprechendem Restaurationsbedarf.
Hier war es genau das Gegenteil. Eher ein Scheunenfund ohne Scheune – sauber, gepflegt, klimatisch ideal gelagert und praktisch im Dornröschenschlaf.
Der Flügel stand all die Jahre in einem separaten Raum, hervorragend klimatisiert – und wurde faktisch nicht gespielt. Ein Zustand, den man so gut wie nie sieht. Ehrlich gesagt: Ich musste zweimal hinschauen.
Der Gesamtzustand ist beeindruckend – nahezu neuwertig, wie ab Werk. Keine nennenswerte Abnutzung, gleichmäßige, kaum eingespielte Hammerköpfe, alle Schrauben fest – teilweise sogar noch mit dem originalen Glanz. Die Mechanik in sich stimmig und erstaunlich frisch.
Kurz gesagt: Hier geht es nicht um „überarbeiten“, sondern im Wesentlichen um das, was ein gutes Instrument nach längerer Standzeit braucht – hochziehen und Stimmstabilität wieder herstellen. Mehr nicht.
Solche Gelegenheiten sind selten. Ein Instrument mit dieser Substanz und in diesem Zustand findet man nicht alle Tage – schon gar nicht in dieser Größenklasse.
Der Flügel steht aktuell zum Verkauf, die Preisvorstellung liegt bei 45.000 bis 50.000 €.
Wenn Sie auf der Suche nach einem hochwertigen, hervorragend erhaltenen Steinway-Flügel sind oder jemanden kennen, für den genau so ein Instrument interessant sein könnte, freue ich mich über eine Nachricht.
Gerne begleite ich auch den gesamten Verkaufsprozess fachlich.

